Warum einen Palliativausweis?

Sie haben die Möglichkeit, mit diesem Palliativausweis Ihrem Willen Ausdruck zu verschaffen, wie sie in einer unerwartet eintretenden Notfallsituation, in der Sie nicht mehr für sich entscheiden können, behandelt werden möchten.

Nicht gewünschte Therapien, wie z.B. Wiederbelebungsmaßnahmen, künstliche Beatmung oder eine Einweisung in ein Krankenhaus, können verhindert werden, sofern Sie in diesem Palliativausweis entsprechende Festlegungen markiert haben.

Notwendig ist dies, da es in kritischen Situationen eigentlich die Regel ist, dass ihre Angehörigen oder das Personal eines Seniorenheimes im Notfall den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Notarzt rufen, damit dieser mit seiner medizinischen Kompetenz entscheidet und handelt. Folgende Gründe sprechen deshalb für den Palliativausweis:

  • ärztliche Entscheidung müssen schnell getroffen werden, langes Nachforschen ist nicht möglich
  • Sie sind möglicherweise als Betroffene/r in der Notfallsituation nicht mehr (ausreichend) ansprechbar und nicht mehr entscheidungsfähig
  • übersichtliche Informationen zu ihren Vorerkrankung und Behandlungswünschen liegen nicht unbedingt vor.
     

 

In Würde ein Leben lang –

Hospizfürsorge und Palliative Care zu Hause

In dieser Notfallsituation bietet der Heidelberger Palliativausweis eine Orientierung für den Notarzt, um ihren Willen als Betroffene/r zu erfassen. Sie haben dadurch die Möglichkeit, im Voraus über Ihre Behandlung im Notfall mit zu entscheiden.

Der Palliativausweis hat nur Gültigkeit, wenn sie nicht mehr selbst für sich entscheiden können. Für den Notarzt ist wichtig, dass im Palliativausweis

  • ihre Angaben eindeutig und nachvollziehbar sind
  • ihre Aussagen auf ihre Situation auch zutreffend und der Ausweis unmittelbar greifbar ist und im Notfall vorliegt.

So ist es dem Arzt möglich, ihre Wünsche zu berücksichtigen. Denn nur wenn er in der Lage ist, sich schnell einen Überblick zu verschaffen, kann der Notfallausweis seine Aufgabe erfüllen.

Der Palliativausweis ergänzt somit zur schnellen ersten Orientierung die anderen Vorsorgemöglichkeiten, wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Der Palliativausweis kann und soll keine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht ersetzen!

Den Heidelberger Palliativausweis erhalten sie beim Aki Team Heidelberg.

Ihr Hausarzt wird informiert.

 

Adressen finden sie in dieser Broschüre. Hier haben sie, auch als Angehörige, Gelegenheit sich grundsätzlich beraten zu lassen. Allerdings ersetzt dieses Gespräch nicht die ausführliche Beratung durch den Arzt ihres Vertrauens. Dieser bescheinigt ihnen auch, dass Sie über die Konsequenzen, die sich aus ihren Festlegungen in diesen Palliativausweis ergeben, besprochen haben und ihre Bedeutung einschätzen können! Erst mit der Unterschrift ihres beratenden Arztes hat er Gültigkeit.

Der Palliativausweis sollte in ihrer unmittelbaren Nähe gut sichtbar auffindbar sein. Dies kann bei einem alten und schwerkranken Menschen z.B. in der Nähe seines Bettes sein. Alle in der Betreuung einbezogenen Personen - insbesondere auch die Angehörigen – sollten darüber informiert sein und den Aufbewahrungsort kennen.

Der Notarzt oder Rettungsdienst kann mit ihren Informationen aus dem Palliativausweis weitere Schritte in ihrem Sinne einleiten und auch Fachkräfte zu ihrer weiteren Versorgung hinzuziehen. So ist auch ohne Notarzt und Krankenhaus eine umfassende medizinisch–pflegerische, psychosoziale und hospizlich-palliative Versorgung gesichert.

Viele chronisch kranke und alte Menschen mit fortschreitenden und unheilbaren Erkrankungen haben den Wunsch, in ihrer letzten Lebensphase in ihrer vertrauter Umgebung zu bleiben, auch wenn akute gesundheitliche Veränderungen auftreten. Nicht selten haben sie die Erfahrung gemacht, dass durch einen Notarzteinsatz mit anschließendem Krankenhausaufenthalt für sie keine Besserung erreicht wird.

Diesen Menschen hilft der Palliativausweis, ihren Wunsch klar und auch im Notfall eindeutig erkennbar zu dokumentieren, wie sie behandelt werden wollen!